Marianne Hainisch wird am 25. März 1839 in Baden geboren. Ihre Eltern Josef Perger (1806-1886) und Maria, geborene Perl  (1820-1903) sind seit 1838 verheiratet. 1845 übersiedelt die Familie von Baden nach Hirtenberg, wo der Vater einen "Kupferhammer" und eine Baumwoll- spinnerei betreibt. 9 Jahre später übersiedelt die Familie nach Wien in eine große, schöne Wohnung am Tuchlauben. Marianne Perger wird im "Institut Fröhlich" unterrichtet (der Besuch von höheren Schulen war in dieser Zeit Mädchen noch nicht gestattet). Am 31. März 1857  verloben sich Marianne Perger und Michael Hainisch. Sie heiraten am 29. September 1857  im Dom zu St. Stephan. Im November 1857 übersiedeln Marianne und Michael Hainisch nach Aue bei Gloggnitz. Da ihr Mann in der Baumwollspinnerei, die er zusammen mit seinem Bruder leitet, sehr engagiert ist, fühlt sich Marianne dort sehr einsam. Am 15. August 1858 wird ihr Sohn Michael in Aue geboren und am 11. Oktober 1860  folgt die Tochter Maria. Als Folge des amerikanischen Sezessionskrieges 1861-1865 versiegen die Baumwoll- Lieferungen an den europäischen Kontinent. Viele Spinnereibetriebe – darunter auch der ihres Mannes – erhalten dadurch kein Rohmaterial mehr. Rund drei Jahre konnten sie ihre Arbeiter „bei halbem Lohn durchfüttern – dann waren aber ihre finanziellen Reserven aufgebraucht“. Die zum Teil verzweifelte Situation der Familien – bedingt durch die Tatsache, dass die Frauen mangels Ausbildung nicht in der Lage waren, gut bezahlte Arbeiten anzunehmen – beschäftigte Marianne Hainisch sehr.   Am 12. Mai 1870 hält sie in Wien im „Frauen-Erwerb-Verein“ (dessen Präsidium zu diesem Zeitpunkt ausschließlich aus Männern bestand) einen Aufsehen erregenden Vortrag. Auf ihren Antrag wird die Errichtung von Parallelklassen für Mädchen in einem Wiener Realgymnasium verlangt. Erst 22 Jahre später – im Jahr 1892 - wird in Wien in der Rahlgasse das erste öffentliche Mädchen-Gymnasium eröffnet. 1876 lernt Marianne Hainisch den Philosophen Bartholomäus Ritter von Carneri kennen, der ihre Entwicklung und ihr Denken sehr stark beeinflusst. 1899 nimmt Marianne Hainisch als österreichische Delegierte an der zweiten Generalversammlung des Frauenweltbundes  (ICW) in London teil. Sie wird dort zur Ehren-Vizepräsidentin ernannt. Am 5. Mai 1902 gründet Marianne Hainisch gemeinsam mit Bertha von Suttner, Marie von Ebner-Eschenbach, Leopoldine Glöckel und Auguste Fickert den „Bund Österreichischer Frauenvereine“, der damals 13 Vereine umfasst. Dieser Bund gibt auch eine eigene Zeitschrift heraus. 1904 nehmen Marianne Hainisch und Bertha von Suttner an der Generalversammlung des „Frauen-Weltbundes“ in Berlin teil. Im Juni 1909  reist Marianne Hainisch in Begleitung ihres Sohnes Michael zum „Kongress des internationalen Frauenbundes“ in Toronto. Während der Kriegsjahre sorgt sich Marianne Hainisch unentwegt um ihre vier, im Feld stehenden, Enkel. Zum großen Glück kehren diese unversehrt wieder heim. Kurzzeitig engagiert sich Marianne Hainisch bei den ersten allgemeinen Wahlen 1919 für die Bürgerlich-Demokratische Partei, deren Partei- programm sie Ende 1918 das erste Mal in Händen hält und das ihr „sehr gefiel!“ 1924  engagiert sich Marianne Hainisch (zusammen mit den Wiener Pfadfindern) für die Einführung des Muttertages in Österreich. Marianne Hainisch wird durch den sozialdemokratischen Bürgermeister Karl Seitz am 13. April 1929 zur „Bürgerin von Wien ernannt. Am 5. März 2002 beschließt der Wiener Gemeindeausschuss für Kultur die Benennung einer Gasse im 3. Bezirk / St.Marx nach Marianne Hainisch. Marianne Hainisch stirbt am 5. Mai 1936 in Wien
Marianne Hainisch (ca. 1860)
Marianne Hainisch (ca. 1860)
Text des Vortrages von Marianne Hainisch Gedenktafel am Schulgebäude Rahlgasse Versammlung des Bundes in Wien Schreiben von Bürgermeister Seitz
Text des Vortrages von Marianne Hainisch
Gedenktafel am Schulgebäude Rahlgasse
Versammlung des Bundes in Wien
Schreiben von Bürgermeister Seitz
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