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Karl Renner 1945 bis 1950


Am 3. April 1945 ging Renner mit drei Männern zur Sowjetischen Ortskommandantur in Gloggnitz, doch man verwies ihn an das Gruppenkommando in Köttlach.

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Gruppenkommando in Köttlach

Dort wurde er von einem Polit-Kommissar erkannt und weiter in das Hauptquartier der Sowjets nach Hochwolkersdorf gebracht. Hier wurde der Kontakt zu Stalin geschlossen, der zusagte, Renner bei der Gründung einer provisorischen Regierung zu unterstützen. Im Jagdhaus Hochwolkersdorf fanden die Verhandlungen statt. Heute befindet sich gegenüber im Gemeindehaus der "Gedenkraum 1945".

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                     Jagdhaus                  In diesem Raum verhandelte Renner mit den Sowjets

Renner gelingt es, bei Stalin mit mehreren Briefen sehr diplomatisch den Eindruck zu erwecken, dass Österreich den Sowjets zuneige. Stalin sagt im Gegenzug Hilfe und Unterstützung zu und veranlasst, dass Titos Truppen Südkärnten räumen.

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Brief Renners an Stalin (Auszug)

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Diese Flugblätter wurden von der sowjetischen Militärverwaltung überall verteilt.

Renner kam am 20. April 1945 nach Wien, wo er bereits eine intakte Verwaltung und Anfänge eines demokratischen Parteilebens vorfand.

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Am 23.April 1945 kam es zu einer Einigung mit Vertretern von SPÖ, KPÖ und ÖVP über eine Konzentrationsregierung. Die Konstituierung dieser Staatsregierung erfolgte am 29.April im Wiener Rathaus.

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Renner und Körner vor dem Wiener Rathaus

Am 4. Juli 1945 wurden in London die Besatzungszonen festgelegt. In Wien waren dann "die 4 im Jeep" der Besatzungsmächte jahrelang als "Ordnungshüter" unterwegs.

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Besatzungszonen                                        Die Vier im Jeep

Am 29. September 1945 eröffnete Renner im NÖ Landhaus in Wien die erste Länderkonferenz. Innerhalb von nur fünf Monaten waren die Grundlagen für die neue Verwaltung fertig gestellt.

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Renner spricht vor der Länderkonferenz am 24.9.1945

Am 20.Oktober 1945 erkannte der alliierte Rat die Regierung Renner für ganz Österreich an. 

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Karl Renner bei der Viermächte-Besprechung am 20.Oktober 1945 v.l.n.r. :
General Gruenther (USA), Marschall Konev (UdSSR),
Generalleutnant McCreery(Grossbritannien), General Bethouart (Frankreich)

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Renner bei der Wiedereröffnung der im Krieg zerstörten Kremser Donaubrücke

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Alfred Kubin widmete Renner 1947 diese Federzeichnung
"Wunschtraum des Österreichers – Abzug der 4 Elefanten"

Unermüdlich bemühte sich Renner in den Nachkriegsjahren die Welt / die Alliierten zu überzeugen, dass Österreich reif für den Abzug der Besatzungsmächte sei.

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                                                          Arbeiterzeitung, 14.11.1948

Am 13. Dezember 1950 wurde Renners 80. Geburtstag im Wiener Konzerthaus gefeiert (hier beim Einzug mit seiner Frau Louise).

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"Wir Österreicher lassen uns nimmermehr entmutigen. Wer gleichsam von den Toten auferstanden – und das ist unsere Republik -, wer wie unser Volk aus den Ruinen des letzten Weltkriegs sich in erstaunlicher Weise herausgearbeitet hat, der glaubt an das Leben, vertraut auf die Zukunft und hegt vor allem Zuversicht, dass die Menschheit aus dem zeitlichen Wirrsal den Ausweg zu einem gerechten und dauernden Frieden finden möge."

Dieser auf Tonband aufgenommene Appell Renners wurde am Neujahrsmorgen 1951 ausgestrahlt. Renner war am Silvesterabend 1950 verstorben.

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Renners großes Ziel wurde 1955 erreicht – im Wiener Schloss Belvedere wurde der Staatsvertrag unterzeichnet.

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