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Karl Renner 1931 bis 1945

Renner kandidierte 1928 und 1931 für das Amt des Bundespräsidenten, unterlag jedoch in beiden Fällen in der Bundesversammlung Wilhelm Miklas.

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Karl Renner                 Wilhelm Miklas

Im April 1931 wurde Renner zum Präsidenten des Nationalrates gewählt.

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Miklas, Seitz, Renner und Hainisch (v.l.)
1931 bei der Eröffnung des Wiener Praterstadions

In diesen Jahren war die Gegnerschaft der Parteien auch im Parlament manchmal handgreiflich.
Am 22. Oktober 1932 musste Präsident Renner selbst eine wüste Balgerei zwischen Abgeordneten verschiedener Parteien durch sein Eingreifen beenden.

Ohne viel zu überlegen war Renner am 4. März 1933 der Aufforderung seiner Partei nachgekommen, in der Debatte über den Eisenbahnerstreik sein Amt als Präsident niederzulegen, um das Abstimmungsverhältnis zu verbessern.

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1. Seite des Protokolles dieser Sitzung

In der Folge legten auch der zweite und dritte Präsident ihr Amt nieder. Eine Wiedereinberufung des Nationalrates scheiterte an der Regierung Dollfuß.

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Renner startete noch Anfang 1934 auf Länderebene eine Parlament-Rettungsaktion - diese ging allerdings in den Ereignissen des 12. Februar 1934 unter. Die Februar-Kämpfe 1934 forderten 118 Tote bei der Exekutive und 196 beim Republikanischen Schutzbund.

Renner wurde am 12. Feber 1934 verhaftet und auf der Rossauer Lände - und später in dieser Zelle im Landesgericht - eingekerkert.

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Postkarte, die Renner aus der Haft an seine Frau schrieb

Schärf wurde in Wöllersdorf festgehalten und schrieb von dort diese Karte an Renner "... wir sind gesund; alle Freunde wünschen Ihnen das Gleiche!..."

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Am 30. April 1934 wurde die neue "Ständestaatliche Verfassung" vom Nationalrat verabschiedet.

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Am 20. Mai 1934 wurde Renner wieder aus dem Gefängnis entlassen.

In den folgenden Jahren hielt sich Renner fern von den revolutionären Sozialisten. Er unternahm mehrere Auslandsreisen im Rahmen seiner Tätigkeit für das Genossenschaftswesen.

Im März 1938 dachte Renner nach dem Einmarsch der Deutschen an Flucht aus Österreich.

Im April 1938 erklärte er in einem Interview, im "Neuen Wiener Tagblatt", dass er bei der folgenden Volksabstimmung über den Anschluss an Deutschland mit "Ja" stimmen werde.

Im Dezember 1940 sendete Renner dieses Weihnachtsgedicht an Staatssekretär a.D. Loewenfeld-Ruß.

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Während des Krieges lebte Renner zurückgezogen in Gloggnitz und schrieb an seiner Selbstbiographie, an einem umfangreichen Versbuch und korrespondierte mit Schärf mit der Bitte um dessen Rat, welches künftige Werk dringlicher sei.

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Im Dezember 1940 bedankte er sich bei der Grosseinkaufsgesellschaft österr. Konsumvereine für den ihm zuerkannten Ruhegenuss.

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Im Dezember 1942 schreibt Renner an Staatssekretär Korb:
"... Die Welt geht in erschreckender Tragik einer Peripetie entgegen, die keinen Stein auf dem Anderen liegen zu lassen droht. Armes Europa ..."

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