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Österreich vom Vielvölkerstaat zur EU

Dauerausstellung

Erleben Sie die Geschichte unseres Staates im 20. Jahrhundert. Betrachten Sie Geschichte nicht länger passiv, sondern erleben Sie Historie aktiv in einer virtuellen und animierten Welt.

Die Zeitreise macht die Geschichte Österreichs vom Zerfall der Monarchie, über den Ersten Weltkrieg, die 1. Republik, den Ständestaat, die Nazi-Herrschaft und den Zweiten Weltkrieg erlebbar und mündet in den Beitritt zur EU.

weitere Informationen zur Ausstellung:

Eine lebensgroße Darstellung von Kaiser Franz Joseph I. empfängt den Besucher. Über das Stiegenhaus herauf kommend sieht man die, immer mehr an Bedeutung gewinnenden, sich emanzipierenden Nationalitäten der Donaumonarchie.

Der Pomp des Habsburgerhofes, versinnlicht im ungarischen Krönungskleid Königin Zitas, steht dem Blick in eine Elendswohnung gegenüber, in der sich zudem noch ein Bettgeher einfindet: "Der Armenvater schickt mich", sagt eine brüchige, desillusionierte Stimme.
Im Treppenhaus erschallt plötzlich ein Schuss. Dann geht es über die Stiege, an der die großen Schlachten des 1. Weltkrieges aufgeführt sind, unter Kanonendonner hinauf zur eigentlichen Ausstellung.

Hier steht man neben dem Schutthaufen der zerfallenen Monarchie vor einer verriegelten Tür. Daran angebracht der Text des Staatsvertrages von St. Germain.

Im nächsten, dunkel gehaltenen Saal empfängt einen Grabesstimmung - die 1. Republik. Als Hologramme tauchen die wichtigsten politischen Protagonisten dieser Epoche auf und verschwinden wieder im Fluss der Geschichte.

Wenn man eine Silbermünze vom Boden aufheben möchte, dringt es aus der Tondusche von oben "Du bekommst mich nicht". Tatsächlich lässt sich die Münze nicht bewegen, stattdessen fällt der Blick auf das Bild eines Arbeitslosen - die Weltwirtschaftskrise beutelt den jungen Staat - auch das "rote Wien", aus dem soziale Wohnbauten in die Höhe schießen. Den Leuten geht es schlecht, Radikalisierung ist die Folge. Plakate, in weiterer Folge Uniformkappen der verschiedenen paramilitärischen Formationen, symbolisieren die immer größer werdenden Spannungen der politischen Lager, die in den Schüssen von Schattendorf und dann im Bürgerkrieg 1934 gipfeln.

Das Parlament, Bollwerk der Demokratie, wird seines Sinnes beraubt, zuletzt wird das Republiksdenkmal von Kruckenkreuzfahnen des Ständestaates umhüllt. Und während Kanzler Schuschnigg auf der Flucht ist, dringt aus dem überdimensionalen Volksempfänger bereits die NS-Propaganda, bis der Anschluss vollzogen wird und sich die Ostmärker vor Hitlers brauner Schirmkappe beugen. Statt Wohlstand zieht Krieg ein und wir finden uns in einem Luftschutzkeller wieder, während eines Fliegerangriffes. Bomben detonieren, nur ein Sehschlitz gewährt Ausblick. Ausblick auf unglaubliche Gräueltaten, die in Konzentrationslagern begangen werden.

Ein ganz anderes Licht empfängt uns im nächsten Raum. Die Zweite Republik ist geboren. Zwar werfen die Big Four, die Besatzungsmächte, noch lange Schatten auf den neuen Staat, aber der Gehstock Karl Renners und Leopold Figls Steirerrock verweisen auf die Aufbruchsstimmung. In zwölf Meilensteinen werden historische Ereignisse nach 1955 in Erinnerung gerufen - vom Staatsvertrag über die Ungarn- und Tschechenkrise bis hin zu den Demonstrationen gegen das Kernkraftwerk Zwentendorf, die Einrichtung der Landeshauptstadt St. Pölten oder den Fall des Eisernen Vorhangs. Eine TV-Pyramide fängt Alltag und Kultur der Zweiten Republik in Bild und Ton ein.
Zuletzt steht man vor einer virtuellen Ziegelwand. Wenn man sich dieser jedoch gegenüberstellt, stürzt sie ein und man sieht sich selbst als Teil der Installation, auf einem virtuellen Flug durch das vereinte Europa. "Überleben statt Siegen" prangt in großen Lettern neben einer Friedenstaube, daneben die Galerie der "Großen Europäer".