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Ereignisse vor 100 Jahren, im Januar 1918 - eine Zeitreise:
Die starke Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung zeigte sich zu Jahresbeginn auch auf den Titelbildern der Satire - Zeitschriften.
Am 8. Januar verkündete der amerikanische Präsident Thomas W. Wilson im Rahmen einer programmatischen Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses sein „14-Punkte – Programm zur Beendigung des Ersten Weltkrieges“. Im Punkt 10 heißt es dort wörtlich:               Den Völkern Österreich-Ungarns, deren Platz unter den Nationen wir geschützt und gesichert zu sehen wünschen, sollte die freieste Gelegenheit zu autonomer Entwicklung zugestanden werden.
Präsident Thomas W. Wilson  
Die Zeitungszensur in Kriegszeiten - immer wieder gab es große, weiße Flecken in den Zeitungen oder geschwärzte Stellen in der Briefpost.
Am 14. Januar löste die Halbierung der Mehlration einen Streik der Beschäftigten in den Wiener Neustädter Daimler-Motorenwerken aus. Die Streikenden forderten bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen und das Ende des Krieges. Binnen weniger Tage stand die Regierung der größten Arbeitsniederlegung in Österreich-Ungarn gegenüber.
Die Streiks breiteten sich schnell auf die Gebiete der gesamten österreichisch- ungarischen Monarchie aus. Die Regierung unter Ministerpräsident Ernst Seidler sah sich deshalb genötigt, Verhandlungen mit der sozialdemokratischen Parteiführung aufzunehmen, die ihrerseits alle Kräfte aufbieten musste, um bei der Wahl der Arbeiterräte die Kontrolle über ihre Basis nicht zu verlieren. Die Unruhen griffen in Folge auf die Armee über. So kam es zu Soldaten- meutereien unter Truppen südslawischer Herkunft in Judenburg und Pecs, von Truppen mit tschechischen Soldaten im böhmischen Rumburg und unter ungarischen Regimentern in Budapest. Am 22. Jänner 1918 streikten die Arsenalarbeiter im Kriegshafen Pola. Ab 21.Januar erfolgte nach längeren Verhandlungen mit der Regierung der Aufruf an die Arbeiter zur Beendigung des Streiks. Der Krieg in den Dolomiten. Dieses Zeitungsfoto von Ende Januar gibt einen Eindruck, welche unmenschlichen Strapazen die Soldaten dort besonders im Winter ausgesetzt waren.
Quellen: http://anno.onb.ac.at                                                                                                                                                           https://de.wikipedia.org              Archiv Rennermuseum
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